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Bild 19 und 20: Nicole Czajkowska "Le Journal de Gien"
Bild 7 und 8 Marvin Kubitza

Videoaufnahmen: Frank Speicher

Presse im Journal de Gien

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Nicole Czajkowska "Le Journal de Gien"

Freundschaften fürs Leben in drei Tagen

Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Hermeskeil und St. Fargeau

Das Partnerschaftstreffen des deutsch-französischen Freundschaftskreises Hermeskeil und St. Fargeau über die Pfingsttage bot neben der Zeit für den kulturellen Austausch auch ein abwechslungsreiches Programm mit viel Musik der Stadtkapelle Hermeskeil. Alle Redner bei der offiziellen Jubiläumsfeier hoben die Bedeutung dieser Partnerschaft für die Völkerverständigung vor.

Am 6. Juni startete eine Gruppe erwartungsvoller Hermeskeiler am Marktplatz. Sicher und ohne Jetlag chauffierte Rainer Kubiza gekonnt nach St. Fargeau, der langjährigen Partnerstadt. Das romantische 2000 Einwohner große Städtchen, erlebte an diesem Wochenende etwas wahrhaft Besonderes. Nach herzlicher Begrüßung und einem "kleinen" Abendessen in der Unterkunft, entweder im Hotel oder in der Gastfamilie, hieß es ausschlafen um fit für den nächsten Tag zu sein. Bei strahlendem Sonnenschein begann dieser mit einem strammen Fußmarsch von 7 km rund herum um St. Fargeau auf dem Wanderweg "La Grande Mademoiselle". Dank idealer Wettervoraussetzungen war dieser geeignet für jedermann, Sandalen- und Pumpsträger mussten jedoch etwas akribischer auf den Weg achten. Die einheimische Feuerwehr erwartete den Hermeskeiler Besuch schon einsatzbereit und dieser konnte sich ein positives Bild von den infrastrukturellen Bedingungen und der modernen Geräte- und Fahrzeugausstattung machen.

Traditionelles Bierfest

Am Nachmittag fand ein kleines Fußballmatch statt, dessen Ausgang die Spieler schließlich am Abend mit Mitgliedern der übrigen Vereine und vielen Besuchern aus St. Fargeau auf dem traditionellen Bierfest der Partnerschaft mit Schwenkern und Würstchen aus der deutschen Heimat feierten. Trotz einer etwas strapazierenden Fahrt, ließ es sich die Stadtkapelle nicht nehmen, am Samstagabend die Festivität musikalisch zu bereichern

Spezialitäten aus dem Burgund

Am Sonntagmorgen wurde die heimische Delegation von der "Entente Musicale", einer Blaskapelle, die sich aus Musikern der Orte St. Fargeau und Bléneau zusammensetzt, empfangen und durch die Stadt eskortiert. Dieser Akt schmeichelte nicht nur den Gästen, sondern diente gleichzeitig der Eröffnung der fünften Foir-Geaulaise, einem Markt, der sich durch das gesamte Stadtzentrum zieht. Die Foir-Geaulaise erinnert an eine Kreuzung aus Bauernmarkt und HoWa -" Ansässige verkaufen an ihren Ständen nicht nur lokale Spezialitäten, sondern auch Saisonales und Selbstgemachtes.

Der Weg endete an "La Grange de Boisgelin", einem alten, noch immer sehr gut erhaltenen Haus, dessen offene Holzkonstruktion ein wenig Schutz vor der tropischen Sonne bot. Diesen Schutz hatten man auch bitter nötig, denn was folgte, waren einige Reden aller anwesenden Vorsitzenden, Bürgermeister und weiteren wichtigen politischen Persönlichkeiten. Alle Redner hoben in ihren Ansprachen unisono die völkerverständigende Bedeutung von Städtepartnerschaften hervor. Ferner wurde betont, dass dem vor 40 Jahren geschlossenen Partnerschaftsvertrag zwischen den damaligen Bürgermeistern Alfons Schmidt und Armand Nogués auf kommunaler Ebene der Gedanke des 11 Jahre vorher geschlossenen Elysee-Vertrages fortgesetzt wurde. Das Hermeskeiler Geschenk für die französischen Partner -" eine Bronzeplatte, auf der die Wappen der Partnerstädte sowie ein Schriftzug zum Jubiläum für die Ewigkeit festgehalten sind, wurden von Maria Pink und dem Hermeskeiler 2. Beigeordneten Volker König an Bürgermeister Jean Joumier überreicht. Im Anschluss an diesen offiziellen Teil nahm jeder noch ein paar Häppchen und Getränke zu sich, während er der Stadtkappelle lauschen konnte, die wieder einmal die Stimmung auflockerte.

Nachdem der Nachmittag entweder genutzt wurde, um sich den Fortschritt von Guédelon in Treigny anzusehen (hier wird eine Burg nach mittelalterlichen Praktiken nachgebaut), zu Hause in den Gastfamilien die Sonne zu genießen oder in der Métairie du Gourmande am Reservoir du Bourdon zu speisen, sollte am Abend ein Erlebnis, dass lange im Gedächtnis bleiben sollte, aufwarten.

Imposantes Feuerwerk und ein Spektakel der Gefühle

Am Abend saßen im Innenhof des Schlosses von St. Fargeau bereits die Musiker der Stadtkapelle Hermeskeil bereit, um mit einem zweistündigen Konzert erster Klasse zu unterhalten. Ein ganz besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl kam auf, als sich zur Musik 63 Franzosen und Deutsche in einen Kreis aufstellten und gemeinsam einen Sirtaki tanzten. Als sehr ergreifend wurde außerdem der Moment von allen Anwesenden empfunden, als die Stadtkapelle die Nationalhymnen der beiden Länder spielte. Dieser Augenblick beendete zum einen das Konzert und leitete zum anderen das alljährliche atemberaubende Feuerwerk ein, das auch in diesem Jahr die Foir-Geaulaise beendete. Passend zur Musik wurde das "feu d'artifice" zwanzig Minuten lang abgeschossen. Immer, wenn man dachte, es sei nicht mehr zu toppen setzten die französischen Gastgeber noch einen drauf. Ein gelungener Abschluss eines wahrhaft wundervollen Tages.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Nach einem solchen Abend und einer Menge Aufregung war es gut, dass der Vormittag des letzten Tages zur freien Verfügung stand. So konnten die meisten von die Zeit zum Ausschlafen nutzen, denn zum gemeinsamen Abschlussessen waren wir in der Métairie de Gourmande verabredet. Hier fanden die Besucher im Speisesaal Stellwände mit Fotografien aus 40 Jahren Partnerschaft und auch unzählige Fotoalben vor. Das eine oder andere langjährige Vereinsmitglied fand sich sogar darauf wieder. So gab man sich an Erinnerungen vergangener Zusammenkünfte hin, wobei Monsieur le Senateur Pierre Bordier nicht umhin kam, den Besuch von 500 Fargeauern in Hermeskeil vor vielen Jahren ins Gedächtnis zu rufen. Viel zu schnell fand das Partnerschaftstreffen dann doch ein Ende, so dass die Hermeskeiler gegen viertel nach fünf in die Heimat aufbrachen -" natürlich nicht, ohne ein letztes Mal die französischen Freunde mit "Küsschen links, Küsschen rechts" zu verabschieden. (CoBa/LeWe)

Mit freundlicher Genehmigung von RuH
Quelle:
RuH Ausgabe vom 26. Juni 2014

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